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Die Zukunft wird weiblicher: Ausstellung „Frau Architekt“

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    Die Ausstellung des DAM wird in Düsseldorf mit einigen historischen Portraits gezeigt - und um 20 nordrhein-westfälische Architektinnen ergänzt, die mit Kernaussagen und einem zentralen Werk vorgestellt werden. – Fotos: Ingo Lammert

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    Präsentieren die Ausstellung in Düsseldorf (v. l.): Peter Köddermann (Programmgeschäftsführer Baukultur NRW), Ernst Uhing (Präsident AKNW), Dr. Svenja Haferkamp (Vorstandsmitglied BK NRW e.V.), Dr. Ursula Kleefisch-Jobst (Kuratorin), Christina Budde (Kuratorin DAM), Martin Linne (Vorsitzender BK NRW e.V.) und Ilka Dietrich-Kintzel (Kaufm. Geschäftsführerin BK NRW).

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    Zwei der in der Ausstellung präsentierten Architektinnen (v.l.): Prof. Christa Reicher, RWTH Aachen und Cornelia Zuschke, Düsseldorfer Planungsdezernentin

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    Ausstellung unter Corona-Bedingungen: Die Vernissage fand am 11. August im Haus der Architekten vor rund 60 geladenen Gästen statt – überwiegend den Kammermitgliedern, die in der Ausstellung präsentiert werden.

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    Einblicke in die Ausstellung

Erfolgreiche Absolventin - unsichtbare Architektin? So lautet eine der Fragen, die mit der Ausstellung „Frau Architekt. Seit mehr als 100 Jahren: Frauen im Architekturberuf” angesprochen werden. Am 11. August wurde die Ausstellung des Deutschen Architekturmuseums Frankfurt in einer speziellen NRW-Version im „Haus der Architekten“ in Düsseldorf eröffnet.

Seit einigen Jahren studieren mehr junge Frauen als Männer in Deutschland Architektur. Dieses Verhältnis spiegelt sich allerdings noch nicht in den Neueintragungen bei den Architektenkammern wider. „Die Ausstellung, die wir in Düsseldorf zeigen, besitzt deshalb für uns eine große Aktualität und Dringlichkeit“, erklärt Ernst Uhing, der Präsident der Architektenkammer NRW, anlässlich der Vernissage. Zwar sei der Anteil weiblicher Mitglieder in der AKNW in den vergangenen zehn Jahren schon deutlich gestiegen - auf aktuell 37 Prozent (August 2020: 11 782 Frauen, 19 733 Männer). Die Entwicklung werde sich fortsetzen, erläuterte der Kammerpräsident im Pressegespräch zur Ausstellung. „Die Zukunft wird weiblicher.“

Die Ausstellung im „Haus der Architekten“ wurde mit Blick auf die Historie von Frauen in der Architektur vom Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt im Jahr 2017 entwickelt. „Ein Meilenstein“, so Dr. Ursula Kleefisch-Jobst, Kuratorin der Landesinitiative Baukultur Nordrhein-Westfalen. „Wir wollten den Fokus erweitern und Architektinnen zeigen, die in jüngster Zeit und heute erfolgreich hier in NRW in ihrem Beruf arbeiten.“ Die Ausstellung in Düsseldorf besteht entsprechend aus zwei Bereichen. Aus der umfangreichen DAM-Ausstellung „Frau Architekt. Seit mehr als 100 Jahren: Frauen in der Architektur“ wurden vor allem Frauen ausgewählt, die eng mit der Architekturszene in NRW verbunden waren, unter anderem Therese Mogger, Lilly Reich, Merete Mattern, Maria Schwarz und Ellen Birkelbach. Ein zweiter, vom Museum der Baukultur neu kuratierter und gestalteter Ausstellungsteil beschäftigt sich mit der aktuellen Situation von Architektinnen aus NRW. 20 Projekte veranschaulichen die Arbeit und die architektonischen Haltungen von 20 Architektinnen.

Die Frage, ob es eine spezifisch weibliche Architektur gebe, wird dabei zumeist gekontert mit dem Hinweis, dass Architektur nach ihrer Qualität zu beurteilen sei. Auch betonten verschiedene der vorgestellten Architektinnen, dass Architektur grundsätzlich im Team entstehe. „Gleichwohl haben uns viele der angefragten Architektinnen und Stadtplanerinnen gesagt, dass es gut ist, die Thematik aufzugreifen“, berichtete Peter Köddermann, Programmgeschäftsführer der Baukultur Nordrhein-Westfalen.

Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, sagte zur Ausstellungseröffnung: „Ich freue mich als Ministerin für Bau und Gleichstellung sehr, dass die Ausstellung ‚Frau Architekt‘ zeigt, dass Frauen wie ihre männlichen Kollegen in allen Bereichen der Baukunst und -gattungen erfolgreich arbeiten. Die präsentierten beruflichen Biografien sowie vorbildlichen Bauwerke ermöglichen Identifikation und machen Jüngeren Mut, den Beruf als Architektin zu ergreifen.“   

Informationen zur Ausstellung


Ein Kooperationsprojekt von Baukultur Nordrhein-Westfalen mit dem Deutschen Architekturmuseum und der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen
12. August – 2. Oktober 2020, Haus der Architekten, Zollhof 1, 40221 Düsseldorf. Öffnungszeiten: Mo – Do: 10 – 17 Uhr; Fr: 10 – 13 Uhr, Eintritt frei.

Kuratoren: Mary Pepchinski, Christina Budde, Wolfgang Voigt (DAM-Ausstellung); Ursula Kleefisch-Jobst (aktuelle Positionen aus NRW). Der Ausstellungsteil zu den Architektinnen in NRW wird fachlich begleitet durch Vertreterinnen der Architektenkammer NRW, des BDA NRW, des BDB NRW und der architektinnen initiative nrw.

Ausstellungsgestaltung und -grafik: Mario Lorenz, Lars Staack, Wiesbaden/ Berlin, deserve.de

Zur DAM-Ausstellung erschien ein Katalog im Wasmuth Verlag.

Führungen: Di.,15.9., und Mi., 23.9., jeweils 17.30 Uhr

Diskussionsveranstaltungen:

Di., 15.9.20, 19.00 Uhr: „Frauen im Architekturberuf: in-novativ, mutig – und doch nicht sichtbar“
Mit Robert Franken, Blogger und Feminist; Karin Hartmann, freie Journalistin; Riklef Rambow, Psychologe und Hochschullehrer für Architekturvermittlung; Claudia Roggenkämper, Architektin und Partnerin bei HPP Architekten

Mi., 23.9.20, 19.00 Uhr: „Von der erfolgreichen Studentin zur unsichtbaren Architektin!“
Ein offenes Gespräch über Realitäten und Vorstellungen in Ausbildung und Beruf – mit Student*innen und Dozent*innen, Architekt*innen, Stadtplaner*innen sowie interessierten Gäs-ten. Moderation: Peter Köddermann, Baukultur Nordrhein-Westfalen


Autor: Christof Rose